Das erste Logo des Corso Leopold vor 20 Jahren (Ulla Heinrich-Pascoe)

Corso der ersten Stunde. 1995 hatte die Schwabinger Friedensinitiative „Schwabing extra“ (u.a. mit Ekkehard Pascoe, Anette Haller, Winfried Krämer, Thommy Pampuch und Wolfgang Heuss) die Idee vom Corso Leopold.  Nach südamerikanischem Vorbild sollte die Straße (natürlich die Schwabinger Leo) von Flaneuren begangen werden, einfach so, ohne Fahrzeugverkehr, und bitte jedes Wochenende. Im Rahmen des „Mobil ohne Autotages“ zeigte die Gruppe dann erstmals ihr Logo, in der Zeitung der Schwabinger Friedensinitiative „Schwabing extra“ erschien ein Text von Thomas Pampuch und eine doppelseitige Zeichnung von Tine Stüber. Mit der ersten grünen Bürgermeisterin Sabine Csampai wurde der erste Corso dann auf den Weg gebracht. Zufällig war die Leopoldstraße wegen „München 2000 autofrei“ (heute: Green City e.V.).

20 Jahre dauerte es, bis aus der guten Idee das Kulturspektakel auf der Leopoldstraße erwuchs. Was allerdings die Idee nicht vorgesehen hatte, war die Straßenverkehrsordnung: Wer eine öffentliche Straße sperren will, braucht einen Grund dafür – eine Veranstaltung. Und so wurde aus der Idee erst Wirklichkeit: Die Veranstaltung konnte zunächst organisiert und dann sogar finanziert werden. Am Anfang war das ein finanzielles Wagnis.

Zunächst war der Corso Leopold noch 2004 nur ein winziges Anhängsel des Streetlife Festivals von Green City e.V (s. im Bild rechts oben!). Renate Vogel vom Schwabinger Podium und Hermann Zimmerer von der Brez´n bespielten die Bühne an der Münchner Freiheit mit Münchner Bands. Das war der ganze Corso, mehr nicht. Erst mit der Gründung des Corso Leopold e.V. durch Ekkehard Pascoe als 1. Vorsitzenden (seit dem Gründungsjahr 2005) wurde die ursprüngliche Idee auf Dauer gestellt. Es gab kaum Sponsoren, aber erhebliche Kosten, die von der Stadt München erhoben werden. Die Veranstaltungsleitung wollte bezahlt werden, die Mittel wurden von persönlich verbürgten Darlehen des Vorsitzenden aufgebracht, die erst 2016 abbezahlt werden konnten. Dem Verein war es dann möglich, mit den Freunden von Green City einen monumentalen Deal auszuhandeln: Die Veranstaltungsfläche wurde in der Mitte geteilt, unsere südliche Grenze ist seitdem die Ohmstraße. Daran ist zu erinnern: In der heutigen Gestalt ist der Corso erst 10 Jahre alt.

Der Corso heute …

ist über seine Anfänge weit hinausgewachsen. Der Veranstalter – den Corso Leopold e.V. und sein Vorstand – haben mit gestiegenen Ansprüchen zu tun. Neue Sponsoren, wie seit 2016 der Flughafen München, erwarten ein attraktives Erscheinungsbild, die Künstler – zu Recht! – ein angemessenes Honorar, die Bürger Schwabings ein Aushängeschild ihrer Stadtteil-Kultur und die vielen Mitarbeiter ein professionelles Management. Und der Veranstalter selber hat sich mit der Gründung der Corso Leopold Organisations GmbH 2007 auf seine Rolle als gemeinnütziger Kulturverein zurückgezogen, indem er praktisch alles, was „Geld“ bedeutet, von der GmbH erledigen lässt. Der entsprechende Anpassungsprozess dauert an. Prinzipiell gilt: Soviel Kultur wie möglich, so wenig Verwaltungskosten wie wie möglich …

Bildergalerie: 20 Jahre Corso Leopold

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